Alster-Talk, Medien-Talk

ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN TALK Medien- Internet und Zeitungen haben auch dunkle Seiten – Rufmord geht schnell. Das ist bekannt. Ist aber auch bekannt, wie man sich dagegen wehren kann? Das war Thema des aktuellen ALSTER TALK.

Verleger Wolfgang E. Buss hatte im edlen Anglo-German Club zum ALSTER TALK geladen. Damit kehrte die hochkarätige Gesprächsrunde jetzt wieder an den Ort zurück, an dem sie vor 12 Jahren gestartet war. Zuletzt wurde regelmäßig und über mehrere Jahre hinweg im Forum der Hanse-Merkur über gesellschaftsrelevante Themen diskutiert. Diesmal ging es vor rund 100 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Showbiz und Politik um brisante Fragen im Medien-Recht. Dazu diskutierte Wolfgang E. Buss mit den beiden prominenten Medien-Rechtsanwälten Dr. Patricia Cronemeyer und Stephan Grulert sie vertreten nach unseren Recherchen unter anderem Helene Fischer und Karlheinz Hauser unter dem Motto Müssen Sie sich das bieten lassen? ob und wie sich Unternehmen und Einzelpersonen gegen Verunglimpfungen und Verleumdungen im Internet und in den Printmedien wehren können. Nach dem Vortrag ließen die Gäste den Abend bei Fingerfood, kühlen Getränken und angeregten Gesprächen entspannt ausklingen.
Fotos: Kai Wehl
Talkgäste und Rechtsanwälte Dr. Patricia Cronemeyer und Stephan Grulert mit Gastgeber und Verleger Wolfgang E. Buss
Coach Ilona Schulz- Baumgart und Musicalsängerin Janina Korn (r.)
HSV-Manager Bernd Wehmeyer mit Gattin Almuth
ECE-Geschäftsführer Robert Heinemann und Helge Steinmetz Haspa-Regionalleiter (r.)
Manuela Danöhl und Leo Eckstein, CEO MeridianSpa
Walddörfer Rotarier: Prof.Dr. Wolfgang Müller-Michaelis, Udo G.H. Pfeiffer, Detlef Bornstein und Prof. Dr. jur. Ralf B. Abel (v.l.)
euroShell-Chefin Silke Lange und Kommunikationsexpertin Prof. Dr. Anette Uphaus-Wehmeier (r.)
Starfriseurin Marlies Möller mit Anja und Bernd Glathe, Auto Wichert (v.l.)

ES GEHT NICHT MEHR UM MENSCHEN Müssen wir uns das bieten lassen?, fragte Gastgeber und Verleger Wolfgang E. Buss beim Alster Talk.
Es ging um Shitstorms, Rufmord und Verleumdungen in Print und Internet . Die beiden Gäste hatten interessante Einsichten. Hier zwei spannende Statements! DR. PATRICIA CRONEMEYER Natürlich verfügen Verlage über hochspezialisierte Anwälte. Es geht kaum eine Schlagzeile mehr auf den Markt, die nicht vorher in rechtlicher Hinsicht geprüft wurde. Die Chefredakteure werden von ihren Justiziaren auch im Vorhinein gewarnt, wenn eine Behauptung nicht belegt ist oder in die Privat- oder gar Intimsphäre des Betroffenen eingreift. Die Redaktionen entscheiden sich oftmals dennoch für die unzulässige Veröffentlichung des Beitrages, wenn die Schlagzeile lukrativ genug ist. Das heißt, es wird kalkuliert, wie hoch die Auflage sein wird und was es kosten wird, wenn der Betroffene gegen den Verstoß vorgeht. Stimmt am Ende die Kalkulation, also geht der Verlag mit einem Profit aus der Sache heraus, wird der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte in Kauf genommen. Das ist sehr besorgniserregend, da Menschen zu Wirtschaftsgütern gemacht werden. Der Pressekodex mit seinem Anspruch auf Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde spielt im Streben nach Profit dann keine Rolle mehr. STEPHAN GRULERT Im Fall Bettina Wulff habe ich mich am Anfang gefragt: Wieso kommt das mit dem Unfall überhaupt heraus? Die Polizei und die Staatsanwälte berufen sich immer darauf, dass sie ja den Medien Auskunft geben müssen und es auch weit und großzügig tun. Natürlich ist es so, dass man es nicht dulden muss, dass berichtet wird, wenn man mal ein bisschen zu viel trinkt oder mit zwei Promille fährt. Bei Frau Wulff muss man allerdings eins sagen: Sie war mal die Frau eines Bundespräsidenten. Der Bundespräsident bekommt heute noch Sold von der Bundesregierung und ich glaube auch, ihre Termine werden immer noch vom Bundespräsidialamt koordiniert. Da muss man natürlich auch sagen: Dann ist sie eben auch eine Person des öffentlichen Interesses. Sie ist eine Person, die auch eine Leitbildfunktion hat und vielleicht muss sie das dann auch mal dulden, dass über sie berichtet wird, dass sie zu viel getrunken hat und dann auch noch Auto gefahren ist. Hundert geladenen Gäste beim Medien-Talk: Die bekannten Medienanwälte vertreten viele Stars, sogar die Familien von Michael Jackson in Hollywood.

Quelle: Alstertal Magazin 11/2018

2018-12-13T15:16:01+00:00