Pressemitteilung

Die Existenz von Kleinverlegern kann durch das Marktverhalten von Influencern gefährdet sein

Die Marketingaktivitäten werbetreibender Unternehmen verlagern sich in jüngerer Zeit zunehmend von der klassischen Print- bzw. Fernsehwerbung auf die Werbung in sozialen Medien, da hier ein enormes Potential an zukünftigen Kunden ruht. Auf diesen Plattformen sind sog. Influencer aktiv, die bei ihren (teilweise bis zu 1 Mio. (!)) Followern ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit genießen und daher – mit einem zu bewerbenden Produkt ausgestattet – geradezu den idealen Werbeträger darstellen.

Das „Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb“ (UWG) ist in Fällen tangiert, in denen ein Influencer Followern vorspiegelt, er/sie verwende das gezeigte Produkt (oder die Dienstleistung, z.B. einen Hotelbesuch) rein privat, obwohl er/sie in Wirklichkeit eine Gegenleistung dafür erhält. Denn dann liegt eine nach dem UWG eine kennzeichnungspflichtige Werbung vor. Sinn dieser Verpflichtung ist, dass Werbung am Markt mit „offenem Visier“ anzutreten hat, damit der Verbraucher erkennen kann, wann er welchen werblichen Einflüssen ausgesetzt ist. In einer von allgegenwärtigem Konsumwahn geprägten Welt ist dies ein nachvollziehbares Anliegen für uns Konsumenten.

Was hat dies nun mit Kleinverlegern zu tun?

Mittelbar wird durch das u.a. im UWG verankerte Verbot der Schleichwerbung neben Verbrauchern auch der sog. Mitbewerber geschützt. Kleinverleger und (kommerzielle) Influencer bewegen sich als Mitbewerber am Markt, da es das Geschäftsmodell beider vorsieht, Slots für Werbung gegen Entgelt anzubieten.

Während sich aber die ebenfalls um Werbekunden ringenden Kleinverleger als Unternehmer der „alten Schule“ regelmäßig an die Regeln des UWG halten, ist dies bei (kommerziellen) Influencern häufig nicht der Fall – sei es aus Berechnung oder mitunter nur aus Fahrlässigkeit. Und da versteckte Werbung nun einmal besser funktioniert ( = manipuliert) als diejenige mit „offenem Visier“, vergeben gewisse Unternehmen Werbeaufträge lieber an einen Influencer, der es mit den Marktregeln nicht so genau nimmt. Ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht verschafft dem Influencer damit einen Vorsprung gegenüber den dieses Gebot respektierenden Konkurrenten und gräbt dadurch Werbekunden ab. Da dementsprechend viele (kommerzielle) Influencer durch (teilweise gezielte) Rechtsbrüche immense Werbeeinnahmen generieren, gefährden sie die Existenz von kleineren Verlagen, die unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften um Werbeeinnahmen kämpfen.

So verstoßen zum Beispiel die Instagram-Influencer häufig gegen die Vorschriften des UWG zum Verbot der Schleichwerbung. Aus diesem Grund haben wir Frau Carolin Dumler (bekannt als Karolina Alexandrova) abgemahnt und Unterlassung gefordert.

Die Instagram-Influencerin Frau Carolin Dumler (bekannt als Karolina Alexandrova) hat über Ihren Anwalt bereits eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abgegeben und zugleich angekündigt, ihren gesamten Account mit hunderten von Postings wettbewerbskonform zu überarbeiten. Sie hat darauf hingewiesen, dass die Überarbeitung der Postings mehrere Tage in Anspruch nehmen wird.

2018-09-12T12:37:18+00:00